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Plug: Jellies mal anders

Wie kann man die kollektive Intelligenz von Gemeinschaften besser nutzen? Zwei Methoden dafür kommen aus Holland: Plug, bei der Nutzer Lösungen gemeinsam suchen und Durftevragen, bei die Teilnehmer für die Lösung Kontakte teilen.

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Das kollektive Wissen der Coworker und ihre Fähigkeiten sind eine Ressource der Coworking Bewegung, die nach wie vor stärker genutzt werden könnte. Eine Methode dafür entstand mit Plug. Plug funktioniert ähnlich wie eine Jelly, jedoch mit einem Dreh: Der Gastgeber bringt für die Teilnehmer eine Herausforderung mit, eine Aufgabe, die sie während der Arbeitssitzung gemeinsam lösen können. Plug startete vor einem Jahr in Amsterdam und zieht heute ein Netzwerk von 200 Personen an.

Eine Cafébesitzerin in Amsterdam besaß ein Problem. Obwohl ihr Esslokal einen der besten Blicke auf die Stadt ermöglicht, fanden scheinbar nur wenige Leute den Weg in das Café. Unsicher darüber, wie sie die Situation verbessern könnte, ruf sie einfach das Plug Netzwerk an.

Plug bietet eine vielfältige Mischung, viele Freiberufler sind dabei, einige Angestellte, alle aus sehr verschiedenen Berufszweigen .Mit an Bord ist Linda Van de Sande, eine Umweltpsychologin, die noch einen weiteren Uniabschluss in Stadtplanung besitzt.

"Wir sind ein Team von Beratern, die man anstellen kann, im Tausch für einen Coworking Space,“ erklärt Linda. "Der Geschäftsbetreiber stellt dafür einfach WLAN, Tee und Kaffee."

Kürzlich an einem Mittwoch kamen zehn Mitglieder von Plug in dem Amsterdamer Café vorbei. Sie stellten ihre Laptops auf die Tische und arbeiteten an ihren Projekten, so wie es auch in einem Coworking Space machen würden, zu Hause oder bei einer Jelly.

Zur Mittagszeit schoben sie die Computer beiseite und diskutierten bei einem deftigen Mittagessen mit dem Betreiber die Herausforderung und suchten in ein oder zwei Stunden eine Lösung dafür. Danach ging es wieder zurück an die Arbeit, bei der die gewohnten Projekte auf die Teilnehmer bis zum Ende des Arbeitstages warteten.

Plug zielt darauf, verschiedene Perspektiven für ein Problem auf den Tisch zu bringen, aus denen möglichst auch ausführbare Ideen entstehen. Im Fall der Cafébesitzerin empfahlen sie einen flexibel nutzbaren Sitzungssaal, Zeichenkurse, neue Kanäle für Werbung und Ideen für eine erhöhte Straßensichtbarkeit.

Das Amsterdam Plug Netzwerk feierte erst vor kurzem seinen ersten Geburtstag. In dem Jahr arbeiteten sie in Galerien, einem Stadtbauernhof, einem Fussballklub und in verschiedenen Geschäften. Die meisten Gastgeber hören von der Gruppe über Mundproganda. Einen Internetauftritt besitzen sie erst gar nicht. Die Teilnehmer kommen selbst auf Empfehlung. Für ihre Beratung erhalten sie kein Geld, lediglich einen Platz zum Arbeiten in verschiedenen Orten, bei dem sie auch andere gut vernetzte Laptoparbeiter kennen lernen können. Mittlerweile sind ungefähr 200 Mitglieder am Netzwerk beteiligt, zu jeder Session kommen etwa zehn der Gemeinschaft.

Plug weist viele Gemeinsamkeiten mit dem Konzept von Jellies auf, wo sich ebenfalls eine bunte Mischung aus Leuten an verschiedenen Orten trifft, und gemeinsam oder nebeneinander an ihren Projekten arbeiten. Wenn sie nun ihre Köpfe für ein, zwei Stunden einer anderen Aufgabe widmen, ist es einerseits ein cleverer Weg, mit dem sie ihre kollektive Intelligenz als Ressource nutzen, andererseits lernen sie sich über das gemeinsame Lösen von Aufgaben auch besser kennen.

Das Konzept kann leicht von Coworking Spaces übernommen oder adaptiert werden. Auch als gute Möglichkeit sich als Zentrum für Inspirationen und Interaktionen nach außen zu etablieren.

Eine andere Methode des Crowdsourcings dieser Art kommt ebenfalls aus den Niederlanden. Sie heißt 'Durftevragen' ('gewagte Fragen') und entwickelte sich zu einem holländischem Treffformat, das in Utrecht startete. Die Idee ist simpel. Eine Gruppe zufällig zusammengewürfelter Personen sitzen an einem Tisch und jeder setzt eine Frage in den Raum. Manche benötigen vielleicht einen Grafikdesigner, manche wollen sich zwischen zwei Geschäfsstrategien entscheiden. Nachdem jeder seine Frage in die Runde brachte, ziehen die Leute ihre Telefone oder Laptops raus und teilen für eine Antwort ihre Kontakte und Ideen.

Es überrascht nicht, dass sich beide Ideen in den Niederlanden etablierten. Das Land besitzt eine hohe Selbstständigenquote, ebenso wie eine Vielzahl an Coworking Spaces, die sich auch in ihrer Vielfalt stark voneinander unterscheiden.

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