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Tipps

Crowdfunding: Ohne Crowd kein Funding

Der Markt für Crowdfunding vervierfachte sich letztes Jahr, funktioniert aber nicht ohne Crowd. Wie man eine Gemeinschaft dafür aufbaut, erklärt Le-Mentzel (rechts unten), der damit erfolgreich sein Projekt finanzierte. (Bild: Betahaus, editiert)

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Allein letztes Jahr vervierfachte sich der Markt für Crowdfunding, mit dem ganz normale Menschen andere normale Menschen als Geldgeber für eigene Projekte finden können. Doch ein Projekt auf einer Plattform einstellen und schon kommt die Kohle? So einfach ist es nicht, wie viele bereits feststellen mussten. Wie der Name sagt, ohne Crowd kein Funding. Hier sind sieben Schritte, wie du eine Gemeinschaft für dein Projekt aufbaust. Van Bo Le-Mentzel, der über Crowdfunding ein Do-it-yourself-Buch für Möbel finanzierte, sprach während der Co:Funding darüber. Er fasste sieben Schritte zusammen, die zu seinem Erfolg führten.

Vor sechs Jahren startete die erste Crowdfunding-Plattform mit Sellaband. Sie antwortete auf die Krise der Musikindustrie. Eigentlich nur an Musiker gerichtet und revolutionierte sie damit die Welt der Finanzierung. In der Bankenkrise popularisierten Indigogo und Kickstarter das Konzept. Mittlerweile existieren mehr als zweihundert Crowdfunding-Plattformen weltweit, mehr als fünfzehn davon in Deutschland.

Doch wie der Name schon sagt, ohne Crowd kein Funding. Wie also gewinnt man eine Crowd? Van Bo Le-Menztel machte es mit einem Möbel-Buch zum Nachbauen vor und teilte sein Strategie auf der Co:Funding. Sie eignet sich übrigens auch hervorragend zum Aufbau einer Community oder eines Coworking Spaces, denn sie bestehen auch aus nichts anderem als einer Crowd.

Base

Baue für dein Projekt eine Base, einen Wertekanon. Allein die Idee und den dahinterstehenden Bauplan begeistert nicht allein. Ideen gibt es viele, warum sollte man also ausgerechnet dein Projekt unterstützen. "Der Grund warum sich Leute für ein Projekt begeistern, ist nicht weil sie den Bauplan so geil finden, sondern das Fundament dahinter." Bei Le Mentzel hieß das Fundament "Konstruieren statt Konsumieren, build more buy less". Stelle deine Idee in einen Kontext, der Leute anspricht, und mit deren Werten sie sich identifizieren können.

Chase

"Warum machst du das? Was ist dein persönlicher Antrieb?" Erzähle den Leuten deine Geschichte. Van Bo wollte seine Verlobte beeindrucken. Heute ist er verheiratet. Und heißt Van Bo Le-Mentzel und nicht mehr Le Van Bo. Es gibt so viele Dinge, die Leute motivieren können, sprich darüber, warum du etwas machst.

Face

Finde einen griffigen Namen für dein Projekt, gib ihm ein Gesicht. Er nannte seine Möbel "HartzIV-Möbel" und nicht einfach nur "Do it yourself" von denen es Tausende gibt, auch wenn sein Projekt nichts anderes darstellte. Er reduzierte es damit auf seine Kernbotschaft. Gute Möbel zum Selbstbauen für wenig Geld.

Place

Leute identifizieren sich besser mit einem Projekt, wenn sie einen Ort damit verbinden. Le-Mentzel ging dafür in einen Coworking Space, das Betahaus in Berlin. Dort schrieb er sein Buch. Ein Ort, an dem sich sein Projekt zentralisierte. Für dich kann es jeder andere physische Ort sein, an denen du mit anderen Leuten zusammen kommst. Es kann auch eine Seite im Netz sein. Du solltest nur einen zentralen Platz finden.

Space

Wenn du Leute überzeugen konntest, die dich unterstützen, binde sie weiter ein, in denen du ihnen Freiraum bietest. Du leitest ein Projekt, aber bezahlst die Leute nicht, die dich unterstützen. Sie bezahlen dich. Also lass ihnen gegenüber nicht den Chef raushängen. Ermögliche deinen Unterstützern, sich mit eigenen Ideen einzubringen. Und nimm sie ernst.

Trace

Lege offen, was mit dem Geld passiert. Erlaube deinen Unterstützern, deiner Spur zu folgen. Transparenz ist das Stichwort. Gestehe Fehler ein, wenn welche passieren. Vertusche sie nicht, später kommen sie eh ans Tageslicht: "Seid ihr die ersten, die Fehler offenlegen." Du kannst von anderen lernen. Offen eingestande Fehler helfen dir, mit anderen ein Projekt in die richtige Richtung zu entwickeln.

Count the days

Entwickle dein Projekt nicht gleich für die Ewigkeit und mit Plänen für die Weltherrschaft. Je größer es wird, desto länger und schwerer lässt es sich erklären. Vergiss die Filialen in San Francisco und Shanghai. Reduziere dein Projekt auf seinen Kern und wähle einen realisierbaren Zeitplan. Ein Projekt heißt auch Projekt, weil es begrenzt ist. Bist du damit erfolgreich, kannst du es immer noch weiterentwickeln. 

Mit einem offenen Zeitplan wird es für dich auch nicht einfacher. Ein Zeitlimit stärkt die Motivation für dich - und deine Unterstützer sich daran zu beteiligen. Die Umsetzung beginnt sowie erst danach. Aber auch hier gilt, baue einen Stein auf den anderen. Je schneller die Umsetzung eines Projekts sichtbar wird, desto einfacher gewinnst du Unterstützer für Folgeprojekte, die darauf aufbauen.

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Update:

Le Van Bo veröffentlichte kürzlich ein Video zum Vortrag: Crowdbuilding - 7 steps in 7 minutes 

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