Nexudus Coworking Space Management Software
Wenn keine sicheren Vorhersagen möglich sind, empfehlen sich mehrere, die sich in ihren Bedingungen unterscheiden. Deshalb fragten wir Coworking Spaces vereinfacht, was sie für 2021 mit oder ohne harte Corona-Einschränkungen erwarten. In diesem Szenario erfährst du, was sich gegenüber der Zeit vor Corona ändern würde, wenn die nächste Normalität im Frühjahr 2021 begänne.
By Carsten Foertsch - Montag, 04. Januar 2021

Stell dir vor, die negativsten Auswirkungen der Pandemie endeten etwa ein Jahr nach ihrem ersten Höhepunkt. Menschen könnten sich wieder normal umarmen und bräuchten keine Masken mehr. Große Veranstaltungen wären wieder erlaubt und auch Reisebeschränkungen fielen weg.

Was momentan sehr weit weg klingt, könnten eine weit verbreitete Immunisierung und Schnelltests für alle ermöglichen.

Zahl der Coworking Spaces stiege

In diesem optimistischen Szenario erwartet eine überwältigende Mehrheit von Coworking Spaces: mehr Coworking Spaces. Dieser Trend träte in kleineren Orten besonders deutlich hervor.

Mehr Digital Nomads - weniger Business trips

Die Corona-Pandemie reduzierte 2020 die weltweiten Reiseaktivitäten in bisher beispiellosem Ausmaß. So beispiellos, allein die dadurch ausgelösten Freudentränen bei Fridays for Future könnten den Meeresspiegel um mehrere Meter anheben. Doch beschränkt die Pandemie das Reisebedürfnis über ihr Ende hinaus?



Für Leute, die für Coworking Spaces arbeiten, hänge es vom Zweck ab. Zwei Drittel von ihnen rechnen mit mehr Digital Nomads. Workations würden für fast jeden zweiten öfter nachgefragt als vor der Corona-Pandemie.

Warum? 

Vermutlich weil solche Trips Erfahrungen und Erlebnisse ermöglichen, die Menschen online nicht reproduzieren können. Und deren langer Wegfall dürfte einen erheblichen Nachholbedarf erzeugen.



Geschäftsreisen hingegen würden seltener als vor Corona unternommen. Ein Teil ließe sich wahrscheinlich weiterhin durch Onlinemeetings ersetzen.

2020: das Jahr des Heimbüros

Welche Bilder stehen ikonisch für das Jahr 2020? Angesichts des Leids, das Covid-19 auslöste, mag es empathielos erscheinen, aber eines zeigte Anna Wintour vom Vogue-Magazin, wie sie zu Hause in einer Jogginghose vor ihrem Laptop saß.



Die Modekritikerin im Schlabberlook symbolisierte die während der Pandemie tief in den Mainstream etablierten Remote-Work-Infrastrukturen. Und zwar gerade dort, wo sie früher - wie die Jogginghose - auf erheblichen Widerstand trafen.

Weder die Sweatpants, das Homeoffice noch die Technologien dahinter waren neu. Die neu ausgedehnten Strukturen schwächten jedoch die Nachfrage nach traditionellen Büroräumen - selbst in der lockdownfreien Zeit.

Weil Mietverträge für Gewerbeimmobilien oft über mehrere Jahre laufen, und staatliche Hilfe - wo sie denn floss - ihre insolvenzbedingte Kündigung zunächst vermieden, sind die eigentlichen Effekte allerdings bisher nicht in ihrem gesamten Ausmaß erfasst.

2021: Das Jahr von ‘Work near home’?

Nach Ansicht der meisten Coworking Spaces bleiben Heimbüros nach dem Pandemieende stark im Mainstream verankert. Davon gehen insbesondere Coworking Spaces außerhalb der großen Zentren aus.

Noch öfter erwarten sie jedoch Menschen, die zukünftig nah am Wohnort arbeiten.

Dass dieser Trend sogar stärker als der zum Home Office ausfällt, liegt sehr wahrscheinlich daran, dass Coworking Spaces sich selbst als den Arbeitsort “near home” begreifen. Und wie bei den Heimbüros und der Zahl der Coworking Spaces werden diese Entwicklungen insbesondere in peripheren Regionen vorhergesagt.



Vor der Pandemie kamen die meisten neuen Mitglieder von Coworking Spaces aus dem Homeoffice. Warum sollte dies nach ihrem Ende anders sein, wenn noch mehr Menschen zu Hause arbeiten? Die Nachfrage nach einer geselligen, aber produktiven Arbeitsatmosphäre dürfte nach Isolationszwängen und den meist nicht dauerhaft als Heimbüro geeigneten Wohnungen höher als früher ausfallen.

Fallen die Preise für Gewerbeimmobilien?

In Folge des anhaltenden Trend zu Remote Work werden die Preise für Gewerbeimmobilien nach Meinung der Coworking Spaces vor allem in mittelgroßen Städten eher sinken.



In Millionenstädten fällt der Trend überraschenderweise weniger eindeutig aus. Ein Drittel geht von sinkenden, ein Fünftel von steigenden (Miet-)Preisen aus.



Allgemein stützen billige Kredite und Zinsen weiterhin die Immobilienpreise. In Deutschland fließen zudem staatliche Überbrückungshilfen, die Betriebskosten wie Mieten erstatten, vor allem in diesen Sektor. Die Nachfrage nach Immobilien als Spekulationsobjekt kann daher diejenige überlagern, die sie als Miet- oder Kaufobjekt tatsächlich nutzen wollen.



Eine solche Entwicklung zeigten in den letzten Jahren bereits zunehmend unbewohnte Apartments in den Großstädten, denen es gleichzeitig an Wohnungen mangelte. Möglicherweise erwarten einige Coworking Spaces nach der Pandemie einen ähnlichen Trend mit leerstehenden Gewerbeimmobilien.

Die detaillierten Ergebnisse der Coworking Survey Europe kannst du hier kostenfrei runterladen. Eine knackerige Kurzversion mit den allgemeinen Resultaten findest du hier

Weitere Artikel: 

2021 Coworking Vorhersage: Das 'moderate' Lockdown-Szenario

Alle Ergebnisse der Coworking Survey Europe (folgt)

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Die Befragung wurde unterstützt von Coworking Europe, Coworking Ireland, Coworking Library, Coworking Switzerland, Coworkies, CoworkLand, European Coworking Assembly, German Coworking Federation, GCUC UK & Included.co.

Die Coworking Survey Europe wurden online vom 12. bis 24. November 2020 durchgeführt. And er Befragung nahmen 195 Personen teil, davon 150 aus Europa. 101 repräsentierten aktive Coworking Spaces und 17 geplante Coworking Spaces in Europa. 3 Befragte waren ehemalige Eigentümer:innen oder Mitarbeiter von europäischen Coworking Spaces. Die restlichen Befragten repräsentierten keine Coworking Spaces oder kamen nicht aus Europa.

Dieser Artikel basiert überwiegend auf den Antworten von aktiven Coworking Spaces in Europa (n=101), ein weiterer Teil auf den Antworten aller Befragten in Europa (n=150). Weitere Informationen findest du in den PDF-Reporten.

 

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