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Workaround: Wie organisieren sich neue Arbeitswelten?

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Die Arbeitswelt, wie wir sie kennen, befindet sich seit längerem inmitten eines massiven Wandels: Langfristige Arbeitsverträge ersetzen Projektvereinbarungen, die höchstens noch einen Hauch von arbeitsrechtlicher Absicherung enthalten. Ehemals Festangestellte finden sich im Dschungel der freiberuflichen Arbeit wieder und fragen sich, wie man bitteschön den eigenen Marktwert ermitteln soll. Zu diesem Thema veranstaltet der Berliner Coworking Space "Supermarkt" eine dreitägige Konferenz, die vom 18. bis 20. Oktober stattfindet.

Der allgemeine Enthusiasmus über das Selbständige Arbeiten ist merklich abgekühlt. FreiberuflerInnen, Selbständige und UnternehmerInnen in Deutschland erkennen flächendeckend, dass weder die öffentliche Verwaltung, noch das Banken-oder Versicherungswesen auf ihren Berufsstand vorbereitet sind. Die meisten arbeitsrelevanten Dienstleistungen basieren nach wie vor auf dem Paradigma der festangestellten Arbeit.

Wenn von freiberuflich Arbeitenden gesprochen wird, sind meist die jungen, medienaffinen Vertreter der Kreativindustrien gemeint. Der Umstand, dass auch immer mehr Handwerker, Sozialarbeiter oder Lehrer aller Altersgruppen und Nationalitäten in die freiberufliche Arbeit abwandern (müssen), wird meist ignoriert.

Diejenigen, die Arbeit haben, fürchten sich vor denen, die danach suchen – weil die Anderen womöglich billiger und flexibler sind. Tatsächlich reflektieren die meisten Freiberuflerhonorare keineswegs die Fähigkeiten, die Ausbildung oder den Marktwert der Arbeitenden. In einer Stadt wie Berlin ist es durchaus üblich geworden, dass potentielle Mitarbeiter schon während des Vorstellungsgespräches einen Plan zum Fundraising ihres eigenen Honorars abgeben müssen. Ein Arbeitsmarkt, der konsequent nur diejenigen promotet, die angesichts der Umstände am Besten überleben können, lässt keinen Spielraum für eine Balance der Geschlechter, soziale Inklusion oder Solidarität.

In Kontrast zu dieser Entwicklung gibt es eine wachsende Szene von sozialen Innovatoren, Aktivisten und Initiativen, die konsequent am System vorbei arbeiten. Sie rufen zur Selbstorganisation auf, mit dem Ziel, den Begriff von ‘Arbeit’ und ‘Wertentwicklung’ neu zu definieren. So werden derzeit eine Vielzahl neuer Modelle für Wohnen, Finanzierung, Ernährung oder Arbeitsrechte entwickelt, häufig in Form von Genossenschaften.

Die Modelle sind an sich nicht unbedingt neu, befanden sich jedoch lange unterhalb des öffentlichen Radars. In Zeiten der globalen Finanz-und Arbeitskrise allerdings werden gemeinschaftliche Initiativen wie Genossenschaften, soziale Unternehmen oder Kooperativen aller Art immer wichtiger. Mit allen Herausforderungen, wie etwa der Suche nach dezentralen Organisationsstrukturen, dem Bedarf nach einem neuen Vokabular oder der Notwendigkeit, partizipative Plattformen für eine Vielzahl von Stakeholdern zu entwickeln – inklusive der politischen Administration positioniert sich eine neue Bewegung.

Während des dreitägigen Symposiums & Workshops werden wir verschiedene Formen der Organisation von Arbeit und Community-Ansätze zur Sicherung von Lebens-und Arbeitsqualität betrachten. Wir blicken hinter die Klischees des Freiberuflertums und untersuchen sowohl bewährte als auch neue Strategien von Genossenschaften und sozialen Unternehmen. Das Symposium wird abgerundet durch einen informellen Austausch rund um Strategien des eigentverantwortlichen Managements von Arbeit, Zeit und Geld.

Der Eintritt erfolgt auf Spendenbasis.

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Programmübersicht

// WORKAROUND TAG 1: FREITAG, 18. Oktober von 9 bis 12 Uhr
Freitagsfrühstück & Präsentationen: Jenseits des Klischees von der Digitalen Bohème: Strukturen für Freiberufler im Brunnenviertel

// WORKAROUND TAG 2: SAMSTAG, 19. Oktober von 11 bis 18 Uhr
Symposium: Die Kraft der Community: Genossenschaften, Kooperativen, Social Businesses

// WORKAROUND TAG 3: SONNTAG, 20. Oktober von 14 bis 18 Uhr
Community-Meeting: Einfach loslegen: Selbstmanagement von Zeit, Geld und Arbeit

Anmeldung

Um euch für die Veranstaltung anzumelden, schreibt eine kurze Mail an rsvp@supermarkt-berlin.net mit dem Betreff: “WORKAROUND” und dem Tag oder den Tagen, an dem Ihr teilnehmen wollt.

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