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Formen & Zukunft der Zusammenarbeit

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Coworking basiert auf Zusammenarbeit. Über letzteres schrieb der US-amerikanische Soziologe Richard Sennett kürzlich ein Buch. Anfang März spricht er auf der Hamburger Work in Progress über die Kraft der Zusammenarbeit. Doch nicht alle Formen der Zusammenarbeit bieten - wie Coworking - Vorteile für jeden. Wir schauen, welche Typen er unterscheidet und haben uns dafür ein paar Seiten aus seinem Buch 'Zusammenarbeit' rausgepickt. Wer mehr über die Zukunft über von Kooperationen und noch mehr über die Zukunft der Arbeit erfahren möchte, fährt am besten Ende Februar nach Hamburg.

Arbeitsformen wie Coworking stehen für Formen der Kooperation, die neue kollaborative Industrien charakterisieren. Auf der Hamburger Work in Progress werden Ende des Monats Formen der Zusammenarbeit mit Hinblick auf ihre zukünftige Bedeutung diskutiert. Doch um über diese & andere Formen sowie deren Zukunft sprechen zu können, welche existieren überhaupt?

Sennett unterscheidet von Natur aus fünf verschiedene Typen von Austauschbeziehungen, die er nach dem Nutzen für die Beteiligten unterscheidet: Altruismus, Win-Win, differenzierende Austauschbeziehungen, Nullsummenspiele und „the winner takes it all“. Dazu orientiert er sich an Beispielen aus der Tierwelt und vergleicht sie mit ihren kulturellen Pendant bei Menschen. Fangen wir zuerst mit den selbstlosen Akteuren an:

Altruismus

Altruistischer Austausch funktioniert einseitig. Eine Partei gibt, ohne zu nehmen. Es ist wie die Geschichte des unbezahlten Praktikanten, der seine Arbeit gewissenhaft und mit viel Herzblut ohne Entlohnung erledigt - zumindest fast. In altruistischen Austauschbeziehungen wird eine Gegenleistung, anders als bei vielen Praktikanten, auch nicht erwartet.

Die Motivation dafür ist intrinsisch begründet: Selbstaufopferung für das Wohl einer Gemeinschaft oder der Menschheit im Allgemeinen.

In der Coworking Welt, wie auch in vielen anderen Bereichen der Arbeitswelt, findet sich diese selbstlose Form eher selten, in der Coworking-Bewegung am ehesten bei den Betreiber von Coworking Spaces. Auch in den meisten Non-Profit- oder Hilfsorganisationen arbeiten nur die wenigstens aus rein altruistischen Motiven, selbst wenn sie ehrenwerte Ziele verfolgen. Schließlich möchten die meisten weiterhin von ihrer Arbeit leben können.

Gleiches gilt für die meisten Start-ups. Wer in der frühen Phase auf ein auskömmliches Einkommen verzichtet oder nicht erzielt, handelt - wenig überraschend - nicht per se altruistisch. Die Leistungen in der Startphase mögen - zumindest als Ziel - den Lebensunterhalt zu einem späteren Zeitpunkt beschreiten, oder mit Ruhm und Ehre entlohnt werden.

Altruistische Formen des Austausches finden sich bei vielen Menschen dennoch, allerdings häufiger bei kleinen, weniger weltbewegenden Handlungen - als Ausdruck der Nächstenliebe. In ihrer Summe bilden daher auch sie einen wichtigen Kitt für die (Arbeits-)Gesellschaft und finden sich auch in Coworking Spaces.

Generell basieren Coworking-Austauschbeziehungen jedoch auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit, der Reziprozität. So kommen wir zu unserem nächsten Punkt:

Win-Win

Zusammenarbeiten, die auf dem Win-Win-Prinzip basieren, stellen die für beide Seiten erfolgreichste und nachhaltigste Form des Austausches aus. Ich helfe dir. Du hilfst mir. Alle sind glücklich. In seinem Buch verglich Sennett dieses Prinzip mit dem Kooperationsverhalten von Ratten. Eigentlich mögen sie sich nicht, aber verbünden sich dennoch, z.B. für bessere Chancen gegen gemeinsame Feinde. Sie profitieren von der Zusammenarbeit, obwohl sie eigentlich konkurrieren. Ein fragiles Gleichgewicht zwischen Kooperation und Konkurrenz entsteht. Win-Win läuft bei Menschen ebenfalls, übrigens auch, wenn sie sich mögen und nicht gegen gemeinsame Feinde operieren.

Win-Win Beziehungen laufen offen. Selten existieren bereits von Beginn an konkrete Vorstellungen von den Gewinnen und Verlusten, sie basieren eher auf Erwartungen über Dinge, die man noch nicht besitzt, aber in der Zukunft vielleicht über dieses Austauschverhalten besitzen könnte, wie der Soziologe es beschreibt. Ein sehr rationaler Ansatz, der Menschen ausschließlich als rein rationale Wesen begreift.

In den Sozialwissenschaften greifen Theorien des Sozialen Kapitals diese Handlungsweisen auf. Ein nachhaltiger Austausch findet dabei statt, wenn den handelnen Personen entsprechendes Vertrauen entgegengebracht wird, und der rationale Aspekt weniger im Vordergrund steht. Wird die Norm der Gegenseitigkeit gebrochen, in dem ein Austausch zu einseitig erfolgt, zerbrechen diese Austauschbeziehungen, weil ihnen das Vertrauen entzogen wird. Deshalb besitzen diese Beziehungen auch einen offenen Ausgang. Die ausgetauschten Leistungen müssen sich nicht gleichen, sie können auch einen subjektiv unterschiedlichen Wert für jeden besitzen. 

Auf die Coworking Welt umgelegt, könnte man sich hierbei auf den Austausch von Fähigkeiten als Beispiel beziehen. Ich erstelle dir eine Illustrator-Grafik, wenn du mir ein kleine Applikation auf Java programmierst. Du brauchst Grafikdesign, ich brauche einen Back-End-Developer. Diese Austauschleistungen würden jedoch selten zur gleichen Zeit erfolgen. Auch faire Entlohnungen für Leistungen gewinnen in diesem Szenario an Bedeutung. 

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