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Was zunächst als undefinierte Kreuzung aus Business Center, Bürogemeinschaft und Café begann, emanzipierte sich vor etwa fünf Jahren erstmalig mit eigenem Namen von allen anderen bis dato existierenden Arbeitsräumen. Coworking Spaces finden sich heute vor allem dort, wo man viel unabhängig arbeiten kann oder muss. Ausgehend von der West- und Ostküste der USA öffneten bisher mehr als tausend Coworking Spaces in dutzenden Großstädten weltweit. Doch obwohl mehr Plätze nachgefragt als angeboten werden, starten sie nicht als Selbstläufer. Welche Wege führen einen Coworking Space daher zum Erfolg?

Zu den wichtigsten Kriterien, mit denen Coworking Spaces ihre Mitglieder überzeugen, gehört vor allem ein niedriger Preis. Er sollte weit unter dem für ein normal ausgestattetes Büro liegen. Dem folgen eine gute Erreichbarkeit, flexible Mietverträge, eine gute Basisausstattung sowie eine ansprechende Arbeitsatmosphäre der Räume. Häufig wiederkehrende Coworker mögen es beim letzten Punkt daher auch, ihren Arbeitsbereich selbst mitgestalten zu können.

Der Ort

Für eine gute Erreichbarkeit wählen viele Coworking Spaces gut an Busse oder Bahnen angeschlossene Innenstadtlagen, die in den hipperen, aber noch preiswerteren Stadtteilen liegen: in Nähe ihrer dort wohnenden Zielgruppen. Damit sie die Mieten niedrig halten, liegen nur die wenigsten von ihnen direkt mit großem Schaufenster zur Straße. Weitaus häufiger ist der Weg in den Hinterhof oder in eine höhere Etage älterer Büro- und Gewerbegebäude angesagt. Wo der Verkehr aufs Auto fixiert ist, wie in Nordamerika, existieren viele Coworking Spaces auch häufig in den Suburbs – auf Erdgeschossniveau und mit großem Parkplatz.

Die Hemmschwelle für zukünftige Kunden senken vor allem jene Coworking Spaces schneller, je näher sich ein Teil der Räume zur Straße orientiert. Dabei durchschreitet man einen offenen Eingang mit Schaufenster oder verknüpfenden Cafébereich eher als geschlossene Türen, die einen Blick in die Räume dahinter erschweren.

Ist ein geeigneter Platz gefunden, stehen meist längere Vertragsverhandlungen bevor. Regeln Angebot und Nachfrage den Preis, konzentrieren sich die Gespräche darüber hinaus auf ausreichende Sicherheiten und das nachhaltige Konzepts des Coworking Spaces. Was die meisten Makler und Besitzer vor allem interessiert. Warum sollten die etwas besser vermieten können als wir?

Lebst du in einem Land, dass hohe Büropreise über Abschreibungen und Steueranreizen sichert, musst du in den Verhandlungen auf Nebenschauplätze ausweichen. Bei den Preisverhandlungen kannst du selbst in schwer vermietbaren Lagen nur wenig drehen. Allein Kleinvermieter bieten größere Verhandlungsspielräume. Ansonsten frag nach Investitionszuschüssen für die Räume oder günstigere Mieten in der Startphase. Sie wahren die Marktpreise für die Besitzer und du bekommst dennoch einen Nachlass. Auch als Zwischennutzungen angelegte Coworking Spaces können am Anfang eine Lösung sein, benötigen jedoch besonders viel Überzeugungsarbeit.

Die Ausstattung

Für preiswerte Angebote verzichten die meisten Coworking Spaces auf eine teure Ersteinrichtung. Das Startkapital gleichen sie stattdessen durch originelle Ideen und noch öfter durch einfache Handarbeit aus. So recycelte der Londoner Cube alte Holzbretter für neue, weiß lackierte Tische, das Betahaus in Berlin nutzt Metallblöcke auf dem MDF-Platten liegen, beim Hub in Tel Aviv sind es Grobspanplatten, die sie mit Metallpfeilern verschraubten. Auch gebrauchte Tische vom Küchentisch bis Tischtennisplatten erleben in einem Coworking Space oft ein Revival. Die technische Ausstattung der Räume reduziert sich auf die Geräte, die für die Büroarbeit unumgänglich sind. Teure Telefonanlagen an jedem Platz gehören selten dazu, weil Handy und WLAN meist ausreichen. Elektrische Anschlüsse hängen auch mal von der Decke herab. Für Kaffee steht meist nur ein Wasserkocher bereit.

Coworking Spaces, die mehr als nur einen drahtlosen Internetzugang mit Sitz, Tisch und einen Wasserkocher anbieten, kommen bei den Kunden besser an. Der Erfolg hängt jedoch weniger von einer luxuriösen Ausstattung ab, als von den vielen beratenden und unterhaltenden Veranstaltungen, die im Hause für die Mitglieder organisiert werden oder stattfinden. Workshops oder gemeinsame Abendessen stärken die Bindungen und die produktive Zusammenarbeit der Kunden untereinander. Ebenso wächst die Bindung an den Coworking Space, der ihnen diese Angebote ermöglicht.

Für wen Geld keine Rolle spielt, kann seinen Mitgliedern bedenkenlos auch Espressomaschinen und exquisitere Tischmöbel bieten, solange sich die Investitionen nicht auf unnötig erhöhte Preise auswirken.

Die Preise

Neben günstigen Preisen empfehlen viele Coworking Spaces, nicht jede Dienstleistung einzeln zu berechnen, sondern in wenigen Gesamtpaketen zusammenzufassen. Damit heben sie sich deutlich von untransparenten Preiskonzepten vieler Business Centren ab. Im Extremfall bieten sie nur einen monatlichen Preis, der normalen Gebrauch von Drucker oder Kaffee einschließt. Ein Konzept, mit dem beispielsweise LeBureau in London sehr erfolgreich arbeitet.

Weil viele Selbstständige sich nicht jeden Tag an einen bestimmten Laden binden können oder möchten, offerieren viele Coworking Spaces jedoch mehrere Pakete, die nach Nutzungsdauer und Abrechnungszeiträumen variieren. Dazu gehören Vollpakete mit festem Schreibtisch und Rund-um-die-Uhr-Zugang ebenso wie auf bestimmte Zeiträume reduzierte Pakete mit flexiblem, also frei wählbarem Schreibtisch. Die Abrechnung erfolgt monatlich, wöchentlich oder als Tagespaket.

Obwohl selbst Coworking Spaces langfristige Kundenbindungen bevorzugen, sollte die Mehrheit der angebotenen Pakete die Kündigung innerhalb eines Monats ermöglichen. Die meisten Kunden leben von Kurzzeitprojekten und können nur schlecht über längere Zeiträume sicher planen.

Die Räume

Hier gehen Coworking Spaces verschiedene Wege, je nachdem ob sie eine breite oder spezielle Zielgruppe ansprechen oder welcher konkreten Arbeitsphilosophie sie folgen. Möchtest du gezielt Interaktionen fördern, vermeide überdimensionierte Räume und verzichte auf trennende Raumelemente, die Rückzugsbereiche bieten. Andere Coworking Spaces setzen auf einen bewussten Mix aus Interaktions- und Rückzugsflächen, um je nach Laune und Bedarf in Gruppen oder in Ruhe zu arbeiten. Wer auf große Flächen und Masse setzt, die preiswerte Angebote oft erst ermöglichen, dem sei dieser Mix dringend ans Herz gelegt.

Spezialisierte Läden wie der Paragraph in New York bieten ihren Schriftstellern dagegen ausschließlich Arbeitsplätze, die über Trennwände selbst Blickkontakte unterbinden. Kompromisslos ungestörtes Schreiben gehört für sie essentiell zu einer guten Arbeitsatmosphäre. Plätze für gemeinsame Gespräche sind nur in Pausenbereichen vorgesehen. Überleg dir daher zu Beginn, auf welche Zielgruppen du dich konzentrierst. Nicht alle harmonieren miteinander.

Der Name

Im Zeitalter der Suchmaschinenoptimierung orientieren sich viele Start-ups bei der Namenswahl an der Dienstleistung und den Produkten, die sie anbieten. Coworking Spaces geht es nicht anders. Vor allem drei verschiedene Namenstypen etablierten sich bisher.

Die naheliegendste, aber auch langweiligste Variante ist die Kombination aus „Coworking“ und der Stadt, in dem die Räume ansässig sind. Sie eignet sich als Untertitel - oder als Arbeitstitel für Projektgruppen, um den ersten Coworking Space zu gründen. Für den Coworking Space selbst wirkt der Name jedoch austauschbar, beliebig und bietet wenig Wiedererkennungswert. Er lässt sich kaum schützen, was spätere Rechtsstreitigkeiten möglicherweise fördert - gerade weil die Kombination auch von anderen als Untertitel genutzt werden kann. Darunter leidet die Suche bei Google. Versteht man sein Handwerk in Programmierung und Marketing, findet man mit knackigeren Varianten eher seinen Weg nach oben.

Der zweite Typ entscheidet sich für Wortkombinationen, die auf einen Ort mit irgendwie neuen Arbeitsidealen verweisen, ohne zu ideologisch zu sein. Dazu gehören Beispiele wie IndyHall, Citizen Space, The Hive oder Betahaus. Dass sie auf den Begriff „Coworking Space“ in ihrem Namen verzichteten, liegt zum einen einfach daran, dass sie oft als Erste oder Zweite mit in einem Coworking-Konzept in ihrer Region starteten – und von dem Begriff erst nach der Eröffnung zum ersten Mal hörten. Gleichzeitig sind die Namen einprägsamer, vermitteln eine neue Arbeitseinstellung und lassen sich bei Bedarf auch einfacher schützen. Interessanterweise machen allerdings selbst die größeren Ketten unter ihnen von dieser Möglichkeit bisher wenig Gebrauch.

Der dritte Typ nimmt neben dem Arbeitsraum auch auf den eigentlichen Ort in Form von Straßennamen, Hausnummern oder der früheren Geschichte Bezug. Als Rat bleibt ein einfacher, leicht verfänglicher und auf das Konzept bezogener Begriff, der nicht bereits von zwanzig anderen Coworking Spaces genutzt wird, um spätere Namensstreitigkeiten zu vermeiden. Ein guter Name allein garantiert auch keinen wirtschaftlichen Erfolg.

Der Anfang

Die Türen öffnen und die Coworker stürmen automatisch rein, dieser  Fehleinschätzung erliegen viele Gründer am Anfang: „Nicht die Eröffnung der Arbeitsräume ist der erste Schritt ist, sondern der Aufbau einer Gemeinschaft!“ fasst Alex Hillmann von IndyHall seinen Ratschlag an sie zusammen.

Wem das zu lange dauert, koppelt die Eröffnung an ein zielgruppenrelevantes Event, das zum gleichen Zeitpunkt stattfindet. Diesen Weg verfolgte der Londoner Cube, der eine Partnerschaft mit dem dortigen Design Festival einging und für diese Zeit die eigenen Räume als Ausstellungsfläche bereitstellte. So unterstützten sie einerseits die lokale Community. Andererseits erhöhten sie in kurzer Zeit den Bekanntheitsgrad in ihrer Zielgruppe. Workshops, Coworking-Treffen und andere branchennahe Events gehören im Vorfeld wie nach der Eröffnung zu wichtigen Strategien, die eigenen Räume bei den gewünschten Kunden zu etablieren.

Wenig überraschend, zählt auch gute Pressearbeit dazu. Während man als ein halbwegs neues Phänomen bei guten Kontakten schnell offene Türen einrennt, sinkt das Interesse mit jeder weiteren Eröffnung. Als erster Coworking Space in deinem Land solltest du dich unbedingt an die großen Nachrichtenblätter ranhängen. Als erster in deiner Stadt wird es noch für ein paar Artikel in der Lokalpresse reichen. Je mehr dieser Läden eröffnen, desto schwieriger wird es, einfach wiederholt das Ende des traditionellen Büros zu verkünden. Die meisten Journalisten sitzen dennoch im Großraumbüro und das Radio überlebte auch Fernsehen und Internet. Da müssen neue Stories her.

Der Job

Der naheliegendste, aber dennoch wichtigste Ratschlag kommt allerdings von bereits gescheiterten Coworking Spaces. Wie die vielen Hinweise unschwer zeigen, erfordern solche Läden mindestens ein bis zwei Personen, die sie im Full-Time-Job betreiben - oder als große Gruppe konfliktfrei und verlässlich managen können.

Als Nebenprojekt eignet sich die Gründung eines Coworking Spaces nur, wenn der Betrieb deine anderen Jobs sinnvoll ergänzt, in dem du beispielsweise von den dabei entstehenden Netzwerken profitierst und mit deinen Kenntnissen dich gut auf die zukünftigen Nutzer einstellen kannst. Ohne Wissen um die Bedürfnisse der Zielgruppe und ohne regelmäßige Kontakte zur ihr, bringt kaum jemand einen Coworking Space dauerhaft zum Laufen.

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