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Starbucks zieht Laptop-Arbeitern den Stecker

Geh in Cafés, die keine Laptop-Arbeiter mögen, und hinterlasse möglichst viele Informationen über deinen Space als Alternative.

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Vor wenigen Wochen zog Starbucks in einigen New Yorker Filialen mit Absicht die Stecker - zumindest die von Laptop-Arbeitern. Obwohl die Leute mit den Laptops ein Grundnahrungsmittel für fast jeden Coffeeshop in den USA darstellen, beschweren sich zunehmend die Kunden, die wegen der Bürolosen mit ihren Laptops keinen eigenen Platz mehr zum Kaffeetrinken finden. Damit vollzieht Starbucks eine volle Kehrtwende. Erst vor einem Jahr führten sie kostenloses WiFi in ihren Läden für die Leute an den Laptops ein.

In Deutschland fristen etwa 120 Starbucks ihr Nischendasein. Außer Touristen setzen sich keine Leute freiwillig in die Kaffeehausattrappe, in der ein stinknormaler Kaffee mit einem Hauch von Kuchen fast genauso viel wie woanders ein vollwertiges Mittagessen mit großem Getränk kostet. Als besonders arbeitnehmerfreundlich kennt man sie hier auch nicht.

In den USA sind sie mit ihren mehr als 11.000 Läden jedoch seit Jahren eine beliebte Alternative für Freelancer, die über kein richtiges Büro verfügen.

Da kam es letztes Jahr gut, dass Starbucks als einer der letzten Kaffeeketten "kostenloses" WiFi in seinen Shops einführte, zuvor musste der Service zusätzlich zum Kaffee bezahlt werden. Jetzt geht Starbucks wieder in die andere Richtung. WiFi ist auf Nachfrage weiter inbegegriffen, aber die Steckdosen werden an einigen Standorten in New York je nach Besucherfrequenz versiegelt. In anderen Orten wurde der kostenlose Netzzugang bereits zuvor auf nur 40 Minuten begrenzt.

"Die Kunden fragten danach... Sie kauften ihren Latte mit Kuchen und fanden selbst in großen Räumen keinen Platz mehr," erzählte Starbucks-Sprecher Alan Hilowitz vor wenigen Tagen dem Fernsehsender CNBC. Die Entscheidung wird im Einzelfall getroffen und ist seines Wissens bisher nur auf einige Cafés in New York begrenzt.

Aber was passiert, wenn es sich weiter ausbreitet? Gerade Ketten wie Starbucks halten wenig von Einzelfall-Entscheidungen. Selbst der Kuchen wird aus den USA in andere Länder geflogen, um allen Starbucks-Kunden das gleiche "Starbucks"-Erlebnis zu bieten, egal an welchem Ort sie sich befinden.

Ich kann das kollektive Stöhnen vieler Freelancer schon hören, die in den USA auf diese Zwischenbüros für Kundentreffen und Koffeinzufuhr angewiesen sind.

Nun wäre es ziemlich leicht, sich über diese Diskriminierung und beleidigende Auslese zahlender Kunden aufzuregen. Aber für die Coworking Communities sind sie eigentlich ein Segen.

Lass uns kurz vorstellen, Starbucks Kunden mögen permanent frei verfügbare Sitze und Tische. Und stell dir vor, die Starbucks Angestellten gewöhnen sich an die Idee, nicht mehr durch den Laden an Leuten vorbei zu manövrieren, die sich mit ihrem Papier überall ausbreiten und Stunden bleiben. Und letztlich zieht jeder Starbucks in den USA ihnen den Stecker und andere Kaffeeketten folgen auch noch diesem Beispiel.

Diese Entwicklung würde eine große Zahl heimatloser Freelancer hervorbringen, die verzweifelt nach Strom und Stärkung, Wifi und einem Platz für Treffen suchen. Nach sauberen Tischen und einer Community, die Mitglieder von Coworking Spaces täglich genießen.

Der Trend, die "Laptop Hobos" aus Cafés rauszuekeln, wäre für viele Coworking Spaces daher eine super Gelegenheit, die eigentlichen Bedürfnisse der mobilen Arbeitswelten zu befriedigen. Statt sich in deinem lokalen Coffeeshop zunehmend fehl am Platz fühlen, warum nicht eine neue Partnerschaft eingehen, bevor sich vor deinem kleinen Kaffeetisch Konflikte entwickeln?

Coworker und Space Betreiber sollten sich selbst und das Coworking Konzept den Besitzern und Managern der Coffeeshops vorstellen. Hinterlasse ein paar Karten und Flugblätter. Und erzähl ihnen, wenn sie von campenden Freiberuflern überrannt werden, existiert für sie eine einfache Lösung. Anstatt die Steckdosen einfach zu versiegeln, mögen sie doch einfach den Laptop-Arbeitern den nächst gelegenen Coworking Space empfehlen.

Auf diesem Weg werden Coffeeshops wieder Plätze für Kuchen und Gespräche, während Freelancer und Kleinunternehmen endlich in Frieden ihrer Arbeit nachgehen können.

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Beth Buczyknski bloggt über Coworking seit 2010. Folge ihr auf Twitter über @gonecoworking oder lerne mehr über ihre Coworking Abenteuer auf Facebook.

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