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Immobilienscout treibt Deskwanted in Insolvenz: Strafantrag gestellt

Die Telekom-Tochter Immobilien Scout trieb ihr erstes gefördertes Start-up, Deskwanted, vorsätzlich in die Insolvenz.

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Deskwanted beantragte vergangene Woche die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Bereits seit Januar weigerte sich der Investor Immobilien Scout vereinbarte Budgets bereitzustellen - drei Monate nachdem ein neuer Kooperationsvertrag geschlossen wurde. Stattdessen versuchte die Tochter der Deutschen Telekom AG die Deskwanted GmbH regelmäßig zu verschulden. Nachdem fehlende Beträge angemahnt wurden, kündigte Immobilien Scout die Kooperation fristlos. Außerdem weigerte sich das Unternehmen, einen Teil des Eigentums von Deskwanted herauszugeben. Aus diesen Gründen wurde diese Woche Strafantrag gegen die Geschäftsführer und weitere Mitarbeiter der Immobilien Scout GmbH gestellt.

Das Berliner Start-up Deskwanted ist insolvent. Grund waren wiederholt ausbleibende Zahlungen des Investors Immobilien Scout. Der Vertrag dazu wurde vom Investor binnen Stundenfrist gekündigt. Die Plattform für Coworking Spaces und Gemeinschaftsbüros zog als erstes Start-up in den unternehmenseigenen Inkubator You Is Now. 

Im Oktober 2012 wurde die Kooperation mit Immobilien Scout verlängert. Seit Januar 2013 sollten vereinbarte Leistungen jedoch - anders als vereinbart - erst nachträglich erstattet werden. Und auch nur ein Teil davon, wodurch die Deskwanted GmbH regelmäßig in die Schulden rutschte. Eine Planungssicherheit war nicht mehr gegeben. 

Immobilien Scout schuldet Deskwanted sechsstellige Beträge, ohne die Deskwanted seine Zahlungsverpflichtungen im Rahmen der vereinbarten Kooperation nicht ausgleichen kann.  

Die finanziellen Engpässe bedrohten wiederholt die Existenz von Deskwanted und ihrer Geschäftsführer. So erhoffte sich die Immobilien Scout GmbH vermutlich einen kontrollierenden Einfluss auf die Unternehmensführung von Deskwanted. Die geförderten Unternehmer sollten weisungsabhängig wie Angestellte der Immobilien Scout GmbH arbeiten, jedoch das Unternehmensrisiko persönlich tragen. Zusammen mit den ausstehenden Beträgen und der drohenden Insolvenz katalysierte die Immobilien Scout GmbH so Konflikte innerhalb der Geschäftsführung von Deskwanted, bis ein Geschäftsführer ausstieg. 

Hausverbot und fristlose Kündigung

Im April erteilte Immobilien Scout dem Geschäftsführer der Deskwanted GmbH Hausverbot, der die ausstehenden Beträge anmahnte. Das Hausverbot wurde mit unwahren Behauptungen begründet, die dem Geschäftsführer schaden und ihn aus dem eigenen Unternehmen drängen sollten.

Einige Tage später kündigte Immobilien Scout die gesamte Kooperation mit Deskwanted fristlos. Innerhalb weniger Stunden musste das Berliner Start-up seine Schreibtische bei Immobilien Scout räumen, ohne einen Umzug organisieren zu können. Die Kündigung selbst erfolgte rechtswidrig. Auch Abmahnungen seitens der deutschen Telekom-Tochter erfolgten vorher keine. Der zweite Geschäftsführer willigte der Kündigung ein, entließ sämtliche Mitarbeiter und ließ Selbstständige mit der Zustimmung auf ihren Rechnungen sitzen. Anschließend arbeitete er mit Immobilienscout weiter.

Vermutliche Unterschlagung des Eigentums von Deskwanted

Weiterhin weigerte sich Immobilien Scout, dass in der kurzen Frist zurückgebliebene Eigentum von Deskwanted bedingungslos herauszugeben. Erst letzte Woche, zehn Wochen später, willigte Immobilien Scout erstmals in eine solche Herausgabe ein - nachdem die Deskwanted GmbH einen Insolvenzantrag stellte und über ihr Vermögen und die Geschäftstätigkeit nicht mehr selbst verfügen konnte.

Eine Rückgabe macht den Tatbestand nicht ungeschehen. Ein Teil des Eigentums von Deskwanted wird weiterhin zurückbehalten oder bleibt verschollen. Die Start-up-Förderung von Immobilien Scout mit seinem Inkubator You Is Now trieb ein von ihr betreutes Start-up vorsätzlich in die Insolvenz. Ein außergerichtlicher Einigungsversuch mit dem Hinweis auf die drohende Insolvenz scheiterte letzte Woche. Wegen der ausstehenden Leistungen in sechsstelliger Höhe und der vermutlichen Unterschlagung wurde gegen die Geschäftsführer von Immobilien Scout, Marc Stilke und Dirk Hoffmann, Strafantrag gestellt. 

Während der Förderphase traf das Team von Deskwanted viele Mitarbeiter von Immobilien Scout, die sie bei der Entwicklung der Coworking-Plattform unterstützten. Diesen Leuten möchte die Deskwanted GmbH ihren herzlichen Dank aussprechen. Mit dem Strafantrag hofft Deskwanted, ihnen eine bessere Geschäftsführung zu ermöglichen und die Berliner Start-up Bewegung von unseriösen Fördermodellen zu bereinigen.

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Deskwanted war bis zur Aufnahme in den Inkubator You Is Now eine Schwesterseite von Deskmag. Der Autor meldete als Geschäftsführer Insolvenz für die Deskwanted GmbH an.

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Mehr Hintergründe über die Insolvenz von Deskwanted

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