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Eines zeigte sich bei der Coworking Spain Conference deutlich. Bei Coworking geht es nicht nur um Arbeit, sondern um einen neuen Lebensstil. Wenn unser aktuelles Wirtschaftssystem nicht mehr nachhaltig arbeitet, benötigt es die Suche nach Alternativen. Gemeinschaft, Zusammenarbeit und Teilen... diese Worte fielen wiederholt auf der Konferenz. Deshalb geht es bei Coworking nicht einfach um den Space, sondern um die Leute, die darin arbeiten. Doch wie gestaltet man die Räume dafür?

Kein Zweifel, Coworking verändert die Art, wie wir arbeiten. Doch sollte sich niemand etwas vormachen, das Rad wird damit nicht neu erfunden. Vor allem besitzen die neuen Strukturen mehr gemeinsam mit den traditionellen Arbeitsweisen, wie wir sie vor der industriellen Revolution kannten. Zumindest mehr als wir denken. Arbeit und Leben sind weniger getrennte Bereiche. Und doch ist etwas neu. Die Berufe verwischen ihre Grenzen, sie erfinden sich neu. Und all das passiert in einem Space, der auch Veranstaltungen generiert.

Der erste Tag der Coworking Spain Konferenz widmete sich mit einem Panel ganz dem Thema. Vor dem Publikum sprach der Architekt vom Hub Madrid, José Maria Churtichaga, Serena Borghero vom Einrichter Steelcase und Sara Ouass, die mit dem Entwurf eines Coworking Gebäudes einen Preis gewann. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen teilten sie mit dem Publikum.

Schaffe eine dichte Atmosphäre

José Maria Churtichaga erklärte die Herausforderungen, vor denen er stand, als er den Raum für Hub Madrid entwarf. “Es ging vor allem um eine Atmosphäre, welche gleichzeitig ein großes Raumvolumen bei größter Dichte für Veranstaltungen schaffen sollte": für Situationen, die Leute in Kontakt bringen, mit denen man Informationen am Tisch teilen kann und einen Raum, der als Katalysator funktioniert.

Dies erfordert ein Umdenken, etwas neues und altes gleichzeitig. Unternehmende müssen das Unbekannte in ihrer Arbeit akzeptieren, als Motivation. Wir sollten uns nicht davor fürchten, wenn wir Ideen teilen, dass sie gestohlen würden. Im Gegenteil, die Zusammenarbeit kann positive Ergebnisse multiplizieren.

Coworking ist nicht nur für Freelancer. Coworking entwickelt sich zukünftig für mehr und mehr Leute als nachhaltige und ökologische Arbeitsform. Mehr Unternehmen lassen ihre Angestellte wählen, ob sie in einem Coworking Space arbeiten wollen, wie sie sich mit Anderen austauschen können, mit Leuten aus anderen Berufen, mit unterschiedlichen Gemeinschaften - und wo sie möglicherweise produktiver arbeiten - zusätzlich zu den Einsparungen, die sie sich über die neuen Unternehmensstrukturen erhoffen.

Fünf allgemeine Prinzipien

Doch wie gestaltet man einen Coworking Space unter diesen Voraussetzungen? Serena Borghero sprach über fünf Prinzipien, auf die man bei der Gestaltung einen Coworking Space zielen sollte: maximiere die Oberfläche, in dem du Wände abbaust, steigere die Zusammenarbeit zwischen Leuten, halte die Talente, verbessere das Wohlbefinden der Nutzer und vergesse nicht die Markenbildung.

Das fängt schon bei einfachen Sachen an. Vermeide lange Flure, wie du sie in häufig in großen Unternehmen oder Amtsstuben findest. Sie erschweren die Kommunikation zwischen den Leuten. Binde Möbel und Gegenstände ein, die Leute zusammenbringen, während du gleichzeitig die Bereiche respektierst, an denen Leute ungestört bleiben möchten.

Berücksichtige die lokale und nationale Kultur

Zwei weitere Faktoren wirken auf die Gestaltung, die sich nicht so einfach generalisieren lassen. Zum ersten die Gegend, in der sich ein Space befindet. Es ist einfach nicht das gleiche, ob sich ein Coworking Space inmitten einer großen Stadt befindet, in der suburbanen Nähe eines Flughafens oder in einer kleinen Stadt.

Zum zweiten der kulturelle Faktor, also in welchem Land oder Kulturkreis der Coworking Space geplant wird. In Ländern wie den Niederlanden wuchs die Coworking Bewegung sehr schnell, flache Hierarchien bei der Arbeit, die Freelancer-Kultur, in denen Eigenverantwortung eine höhere Bedeutung besitzt - so lange sie pünktlich erledigt wird, förderten Coworking.

Spanien und Italien zeichnen sich ebenfalls durch Besonderheiten aus. Während sich der Platz eines Coworking Space Managers in Holland (oder Deutschland) selten von den Arbeitsplätzen der übrigen Coworkern unterscheidet, wird man positionsspezifische Differenzen in Italien oder Spanien etwas öfter finden.

Auch das Konzept der Privatsphäre und der Dichte unterscheidet sich. In Spanien oder Italien sprechen die Leute generell lauter, sie berühren sich öfter beim Sprechen. Sie mögen es, enger nebeneinander zu sitzen. Die geplanten Arbeitsabstände sollten dies berücksichtigen. Andererseits mögen nicht alle komplett offene Räume.

Vor diesem Hintergrund erinnerte sich auch Manuel Zea (CoworkingSpain), wie schwer es sich für ihn bei seinem ersten Coworking Space gestaltete. "Leute riefen uns an, weil sie einen Raum mieten wollten. Und sie verstanden nicht, worüber wir sprachen. 'Habt ihr keine Büros? Was, offene Räume?'

Obwohl sich auch die Kultur in Spanien ändert und die Nachfrage nach Coworking Spaces steigt, die Coworking Bewegung wurde automatisch von der Nachfrage überrannt. Man musste erst die Vorteile des Teilens erklären, den Geist einer Gemeinschaft und, das Gefühl, dazu zu gehören.

Außerdem sollten "ein Coworking Space unerwartete Ereignisse ermöglichen. Sie müssen sich stetig für Veränderungen öffnen. Deshalb sollten sie nicht perfekt bis ins Detail geplant werden, sie sollten eher unperfekt sein, stetig unvollendet", erklärt José Maria Churtichaga: “Die Erfahrungen sollten aufregen dürfen." Oder auch unterhalten. Bequemlichkeit macht uns faul. Eine Prise Unkomfort bewegt uns, führt zu Interaktionen. Zieht uns aus eingerosteten Gewohnheiten raus und lassen uns an Coworking erst wirklich teilnehmen.

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Diesen Artikel schrieb unsere neue Deskmag-Redakteurin aus Madrid: Marta Santacana.

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