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Coworking Spaces

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Über 100,000 Menschen arbeiten heute in Coworking Spaces, mehr als in den Büros bei Apple, Google oder Facebook. Nur dass Coworking Spaces dezentraler arbeiten und ihre Räume an den Wünschen ihrer Mitglieder ausrichten müssen - und nicht umgekehrt. Schließlich zahlen die meisten Nutzer selbst für ihre Arbeitsplätze. Die Heimat vieler kreativer Selbstständiger und Kleinunternehmen unterliegen deshalb stärker dem ständigen Wandel als die meisten Großunternehmen. Mehr Mitglieder führen zu mehr und größeren Coworking Spaces. Doch wie sehen diese Arbeitsräume der Zukunft aus? Zum Start der Coworking Challenge sprachen wir darüber mit einem Innenarchitekten für Coworking Spaces.

Stell dir vor, du kannst Arbeitsräume selbst gestalten. Wie sollten sie aussehen, damit du sie mit anderen Leuten teilst? Wie sehen Räume aus, die ihre Nutzer miteinander vernetzen? Wie würdest du sie arrangieren, damit sie sich entlang ihrer Bedürfnisse selbst weiter entwickeln? Wie reagierst du auf unterschiedlichste Nutzer, vor allem, wenn immer mehr Leute die Räume nutzen wollen. Und jetzt stell dir vor, es gäbe eine Plattform, auf dem ein breites Publikum deine Ideen mit Preisgeldern honoriert?

Vor wenigen Tagen startete dafür die Coworking Challenge auf Jovoto. Der Wettbewerb läuft wie ein Coworking Space. Ihr könnt allein an euren Ideen werkeln oder euch zu Teams zusammenschließen. Über den Erfolg eurer Entwürfe entscheiden nicht die Betreiber, sondern die Leute, die diese Arbeitsräume zukünftig nutzen (würden). Eine Jury begleitet den Wettbewerb und vergibt drei weitere Sonderpreise.

In der Jury sitzt Kim Wang, der als Architekt bereits zahlreiche Räume in Berliner Coworking Spaces, wie in der Berliner Raumstation und dem Betahaus, einrichtete. Heute tragen fast alle Etagen des größten Coworking Spaces in Berlin seine Handschrift.

Die Evolution eines Coworking Spaces

Im Betahaus Berlin konstruierte Kim mit den Mitgründern zwei Wochen vor dessen offizieller Eröffnung im Jahr 2009 den Kaffeeraum. Während die Anfangsphase recht chaotisch verlief, "geht es jetzt in ruhiges Fahrwasser über." Die Planungen erhalten zwar nicht mehr Zeit, "dafür laufen sie jetzt geordneter, insbesondere die infrastrukturellen Zusammenhänge. 

Für Kim "kommen mehr Komponenten dazu, die ganz klare Wirtschaftsfaktoren sind. Zuerst waren es die festen und flexiblen Tische und kleine Arbeitsinseln." Später entwickelte er neue Eventräume und Start-up Büros mit, die neue Zielgruppen erschlossen. 

Open Space vs. Private Offices

Doch inwieweit stellt es das Konzept offener Arbeitsräume eines Coworking Spaces in Frage?: "Wir wollen alles offen halten, aber dennoch mehr Rückzugsmöglichkeiten bieten. Für größere Firmen brauchen wir sogar abgeschlossene Räume." So erhielt das Betahaus im letzten Jahr in einer Etage neue, schalldichte Firmenräume, die mehr Privatsphäre ermöglichen. Die Räume erschließen sich über einen offenen, gemeinsamen Arbeitsraum, der während eines Accelerator-Programms viel Action in die Etage brachte. Außerdem besitzen alle Firmenräume Fenster nach innen. Die Wände sind mit Fenstern durchbrochen, um Verbindung zu schaffen.

"Ein Teil der Arbeitsräume entstand vor allem aus Sachzwängen. Es existieren Ideen und Wünsche, auf der anderen Seite steht das Budget. Mit wachsenden Finanzierungsmöglichkeiten können die Räume jedoch besser gegliedert werden, mit mehr Inseln für Gruppen und auch mehr Rückzugsmöglichkeiten." 

Der Open Space, die offene Struktur, ist ein Ideal, die das Betahaus präferiert und auch in bestimmten Umfelder, besonders kleineren Coworking Spaces, sehr gut funktioniert. Aber sobald man sein Spektrum erweitert, erweitern sich auch die unterschiedlichen Bedürfnisse: "Firmen, die 15 Mitarbeiter beschäftigen,bauten wir eine Mini-Coworking Welt, die zu den restlichen Räumen in enger Beziehung steht."

Mit einem besser ausgestatteten Budget verbessert Kim heute auch die Akustik: "Es können viel mehr Leute in der offenen Fläche arbeiten, wenn Paneelen an der Wand Geräusche und Echos aus dem Raum filtern. Man muss sich aber auch in die Leute hineinversetzen. Es gibt immer unterschiedliche Typen. Diejenigen, die eher ein leises Umfeld benötigen, anderen ist die Lautstärke komplett egal. Hier können sie sich es selber aussuchen."

Wie getrennte Mitglieder wieder zusammenkommen

Die Interaktion zwischen den Nutzern ergibt sich einerseits automatisch durch die Wegeführung. Das Betahaus betreten die meisten Nutzer über das offene Café: "Demnächst fügen wir auf der ersten Etage jedoch eine Rezeption hinzu, weil die Mischung zwischen Café und Rezeption nicht richtig funktioniert. Hinter der Rezeption beginnt in Zukunft der Member-Bereich mit einem ruhigerem und direkteren Service und einem gefilterten Café für Dauernutzer.

Trial & Error

Nicht alle Ausbauten funktionierten in der Realität wie sie in den Ideen abliefen. Trial & Error-Prozesse gehören zur stetigen Weiterentwicklung eines Coworking Spaces: "So bauten wir unsere Arena im 4.OG, eine Veranstaltungsfläche, direkt neben die Teambüros. Die bauliche Situation hätte ansonsten nur Wände ohne Fenster zugelassen. Wenn man eine Veranstaltung fuhr, störte man jedoch den ganzen Raum. Deshalb konnten dort nur beschränkt Events stattfinden.

Die Teambüros gruppierten wir um einen großen Tisch für alle. Die Büros selbst funktionierten ganz gut. Die Kosten-Nutzen-Effekte aus den Büros sowie aus der gesamten Etage fielen allerdings nicht so hoch aus, um die Bauten nicht in Frage zu stellen. Jetzt planen wir nur noch Veranstaltungen auf dieser Etage,  und führen sie so einer spezifischen  Nutzung zu. Die Einbauten für die Teambüros werden vollständig wiederverwertet und erhöhen die Qualitäten der 3. Etage."

▶ Seite 2: Leitlinien zur Gestaltung von Arbeitsräumen und mehr Infos zum Wettbewerb

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