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Coworking in Mexiko

Colectivo Labs in Monterrey, Mexico's erster Coworking Space (Screenshot)

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In Mexiko leben ein Drittel so viele Menschen wie in den USA. Wäre alles so wie beim nördlichen Nachbarn würde das mittelamerikanische Land jetzt mindestens 100 Coworking Spaces zählen. Bisher existieren jedoch nur ganze Fünf. Warum das so ist, erklärten uns Luis Alcarez und Leslie Naziby, die mit ColectivoLabs, den ersten Coworking Spaces des Landes vor einem Jahr in Monterrey eröffneten.

Erstens sehen es viele mexikanische Unternehmen gerne, wenn ihre Mit- oder Zuarbeiter direkt vor ihren Augen arbeiten: „80 bis 90% aller Arbeiten werden in den Büros des Auftraggebers verrichtet. Wer woanders arbeitet, der arbeitet ihrer Ansicht womöglich nicht in dem für sie gewünschten Umfang.“

Dabei müssen die Leute nicht einmal fest angestellt sein. Für die Arbeiten, die in Nordamerika oder Europa üblicherweise Freelancer erledigen, entwickelte sich in Mexiko ein professionalisierter Vermittlungsbetrieb.

Firmen stellen Leute meist für die Mindestdauer von einem Jahr an, und verteilen die outgesourcten Projekte anderer Firmen auf diese befristeten Angestellten. Häufig sind dabei Arbeitszeiten von mehr als zehn Stunden die Regel.

Zweitens gestaltet sich der Verwaltungsaufwand erheblich aufwändiger. Anders als in vielen Ländern besitzen Rechnungen ohne staatliche Genehmigungen keinen steuerlich absetzbaren Wert. In den USA oder Großbritannien schreibt man eine Rechnung, und gut ist. Natürlich müssen auch hier alle Ein- oder Ausgaben von steuerlichem Interesse gemeldet werden. Doch erfolgt die Prüfung nach Rechnungsstellung und auf Zufallsbasis.

In Mexiko erfolgt sie vor Erstellung der einzelnen Rechnung. Eine Genehmigung für die Rechnungsstellung muss eingeholt werden. Und selbst wenn sie nur kleine Fehler enthalten, drohen empfindliche Strafen. Der Aufwand ist entsprechend höher. Auch ein Grund, warum sich ein professionalisiertes Vermittlungsgewerbe für außerbetriebliche Projekte entwickelte, welche diese Verwaltungsaufgaben gleich mitübernehmen und potenziell an selbstbestimmter Arbeit Interessierte diesen Aufwand scheuen. "Eine vereinfachte Rechnungsstellung würde es mehr Leuten erlauben, als Freelancer zu arbeiten".

Drittens müssen neue Coworking Spaces die Leute erst von den Vorteilen des Konzepts überzeugen. Sie kennen Coworking, "verurteilen es jedoch als verrückte Idee, zumal sich eine Freelancer-Bewegung in Mexiko bisher nicht etablierte."

Luis glaubt jedoch an deren Vorteile: "Du brauchst nicht für eine gute Arbeit in ein normales Büro gehen. Die mobilen Techniken bieten dabei ungemeine Vorteile. Wir versuchen daher, die Einstellung der Leute in Mexiko in dieser Hinsicht zu ändern."

Interessanterweise entstand Mexikos erster Coworking Space nicht in der Hauptstadt, in Mexiko City. Monterrey ist "nur" die drittgrößte Stadt des Landes, aber eines der Hauptgeschäftszentren in Mexiko. Die Einwohner verdienen hier auch ein höheres Einkommen.

Für die Gründer des Colectivo Labs war die Eröffnung des ersten Coworking Spaces ein teures Vergnügen, Geld das in Mexiko City jedoch noch seltener vorhanden ist und aufgrund der geringen Einkommen ihrer Meinung nach noch schwerer in einem kurzen Zeitraum wieder eingespielt werden kann. Monterrey befindet sich auch nicht weit entfernt der US-amerikanischen Grenzen, Ideen wie Coworking schwappen hier schneller herein und werden daher früher übernommen als in anderen Landesteilen.

Mexiko geriet in den letzten Jahren vor allem wegen des Drogenkrieges in die internationalen Schlagzeilen. In diesen Berichten beklagen sie neben den zahlreichen Toten die negativen Einflüsse auf die wirtschaftliche Entwicklung. Die Leute misstrauen sich zunehmend. Gegenseitiges Vertrauen ist jedoch auch eine essentielle Vorraussetzung für den Aufbau einer Coworking-Gemeinschaft.

Luis findet diese Berichte stark verallgemeinert und übertrieben. Es gibt diese Probleme, jedoch konzentrieren sie sich für ihn auf die unmittelbaren Grenzstädte und die Außenbezirke größerer Orte in Mexiko. Einen starken Anstieg der Kriminalitätsrate gibt es für ihn auch in Außenbezirken von New York, wie Queens, und trotzdem fliegen Millionen Touristen jedes Jahr in diese Stadt. Er hat keine Angst auf dem Weg zur Arbeit, auch vertrauen sich die Coworker im Colectivo Labs untereinander. Andererseits ist es kein Thema, über das man gerne spricht.

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Update: Colectivo Labs wurde durch CoworkingMonterrey ersetzt.

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