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Coworking in Budapest

Loffice - Coworking area

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Ungarn gehörte vor fünf Jahren noch zu den Musterländern der neuen EU-Länder, bis die Finanzkrise die Wirtschaft besonders heftig erwischte. Der Staatsbankrott stand kurz bevor. Die Arbeitslosigkeit liegt heute doppelt so hoch als vor zehn Jahren. Was das alles mit Coworking zu tun hat? Krisen ebnen neue Wege, wenn alte Gewissheiten weg brechen und die Menschen mehr denn je auf sich selbst angewiesen sind. Trotz der steigenden Zahl von Coworkern, bleibt Ungarn jedoch ein harter Markt für die neuen Coworking Spaces. Bisher öffneten sie nur in Budapest. Für ihr Publikum putzen sie sich dafür umso ansehnlicher heraus.

Budapest ist bekannt für seine wunderschöne Mischung aus alter Pracht der Donaumonarchie, realsozialistischer Tristesse und westlicher Moderne. Neue Straßenbahnen fahren neben Modellen aus den 60er und 80er Jahren. Und dieses Umfeld beschreibt vielleicht ganz gut, warum sich die neuen Coworking Spaces trotz ihrer avantgardistischen Konzepte nicht gänzlich von alten Traditionen verabschieden.

So entstand mit dem Loffice vor zwei Jahren einer der hübschesten Coworking Spaces Europas in den Räumen einer ehemalige Druckerei der benachbarten Musikakademie. Im gemeinsamen Arbeitsbereich können bis zu 20 Coworker sitzen. Entspannung finden sie auf der Terrasse gleich dahinter. Im Meetingraum fühlen sich Coworker wie Kunden schnell pudelwohl. Ein großzügiger Eventspace im Keller bietet Platz für Veranstaltungen. Die Wände in fast allen Räumen nutzen die Gründer für Ausstellungen und eine abwechslungsreiche Arbeitsatmosphäre. Und auch die grüne Bilanz kann sich sehen lassen, seine Energie bezieht das Haus aus natürlicher Erdwärme.

Die Gründer mussten sich einiges einfallen lassen, um die Budapester von den Vorzügen flexibler Arbeitsräume zu überzeugen: „Für die Ungaren ist die Arbeit in einem großen Unternehmen und einem traditionellen Büro immer noch das erstrebenswerte Leitbild für ihre Karriere“, erklärt Esther vom Loffice, „Coworking ist hier kein Selbstläufer“.

Ein Leben in der Selbstständigkeit oder als Kleinunternehmer können sie sich nur schwer vorstellen, geschweige denn, diesen Weg auch zu gehen. „Viele meckern über ihre Lebenssituation, aber Änderungen nehmen nur wenige selbst in die Hand“, meint ein anderer Coworker.

Hinzu kommt, viele Leute befinden sich weiterhin in einer finanziell schlechten Lage. Auch wenn sie gern in einem Coworking Space arbeiten würden, können sie es sich trotz der flexiblen und vergleichsweise niedrigen Preise zu normalen Büros, nicht immer leisten. Deshalb setzten Loffice und andere Coworking Spaces wie das  Palmahaz oder die neu eröffnete MyCorporation, zusätzlich auf die klassische Büroklientel und bieten zusätzlich traditionelle Arbeitsräume an. Ein Merkmal, das sie mit vielen anderen Coworking Spaces in den ehemaligen Ostblock-Ländern teilen.

So schlecht läuft es mit Coworking jedoch auch nicht. In den beiden letzten Jahren öffneten nach Loffice vier weitere Spaces in Budapest. Für ihre Pionierarbeit standen den Gründern sicher mehr Möglichkeiten zur Verfügung, das Haus am Stammsitz gehört ihnen selbst und konnte nach den eigenen Wünschen gestaltet werden. Die beiden Schwestern, Anna und Kata Klementz, bauten mit ihrem Loffice jedoch nicht nur neue Arbeitsräume. Sie inspirierten und ermutigten auch andere Leute, ihrem Beispiel zu folgen und die Vorteile des Coworking direkt vor Ort kennenzulernen.

Dazu gehört das Colabs mit zwei sehr jungen Gründern, die zunächst im Loffice starteten und ihren ersten Coworking Space später in einer Wohnung in der Nähe des Parlaments eröffneten. Derzeit suchen sie nach einer größeren Location. Im Palmahaz (Palmenhaus) können seit einem Jahr im achten Bezirk etwas weiter östlich ebenfalls bis zu zwanzig Leute arbeiten.

Und als Neuzugang startete MyCorporation erst vor wenigen Tagen als erster Coworking Space in Buda, auf der westlichen Seite der Donau. Auch wenn der Eingang in den Keller zunächst kurz verschrecken mag und der Eindruck des Unfertigen bei dem sehr jungen Coworking Space noch überwiegt – bisher läuft nur das Soft-Opening - die Arbeitsräume bieten viel Tageslicht und Aufenthaltsqualität.

Der neue Coworking Space ist ein gutes Beispiel dafür, wie einst wenig beliebte Büroräume mit herausgerissenen Wänden und einer Küchenbar in ein attraktiveres Arbeitsumfeld verwandelt werden können. Aber auch, dass Coworking Spaces als noch junge Arbeitsräume zunächst in scheinbar ungünstigeren Lagen schneller von Vermietern eine Chance erhalten.

Die eigenen Aussichten sieht die Managerin von MyCorporation dennoch sehr optimistisch. Zwar halten viele an ihren traditionellen Leitbildern fest, „mit der Krise zerbrach jedoch die Gewissheit, in großen Unternehmen für immer in einer festen Anstellung zu arbeiten“, meint Zsófia Tóth, „Gerade junge Leute öffnen sich daher zunehmend für neue Arbeitsweisen und ihre Räume.“

Auch das Loffice expandierte bereits mit einer kleineren Ausgabe (Loffice Mini) in Wohnungsatmosphäre nur wenige hundert Meter vom Hauptstandort entfernt. Damit existieren in Ungarns Hauptstadt genauso viele Coworking Spaces wie im gleich großen Warschau.

Während die neuen Arbeitsbereiche noch nicht bei allen Zielgruppen sofort Selbstläufer darstellen, funktionieren die Meetingräume praktisch ohne Überzeugungsarbeit. Viele Cafés und Bars eignen sich nicht für Treffen von mehr als vier, fünf Personen. Und das Homeoffice passt meist auch schlecht für Kundengespräche. Auch die Eventspaces sind schnell gebucht. Und selbst die Coworking-Räume füllen sich vielleicht nicht immer so schnell wie erwartet, aber beständig.

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