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Coworking Spaces

Außergewöhnliche Coworking Modelle

Nadelwald, ein neuer "co-sewing space" in Berlin

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Je mehr Coworking Spaces das Licht der Welt erblicken, desto mehr differenzieren sich ihre Geschäftsmodelle aus. Ob als Einsteiger oder Veteran, das Tolle daran, jeder Coworking Space kann einen Teil davon für sich mitnehmen. In unserem zweiten Teil stellen wir Läden vor, die Nischen bedienen. Außerdem dabei sind spendenfinanzierte und gesponserte Spaces und größere Unternehmen, die Coworking Spaces in ihre Arbeitsräume gleichberechtigt integrieren.

1. Mit dem Coworking Space in die Nische

Coworker aus unterschiedlichen Berufsgruppen, vertragen sich gerade in kleineren Coworking Spaces selten miteinander, wenn sie sehr spezielle Bedürfnisse an ihre Arbeitsplätze besitzen. Schriftsteller mögen absolute Ruhe, während Leute in der Public Relations nicht auf ihr Telefon verzichten können. Und wenn jetzt noch Mode-Designer mit klappernden Nähmaschinen dazukommen... entstehen Konflikte, die eine Zusammenarbeit nicht fördern, sondern verhindern.

Einen Ausweg für besonders betroffene Nutzergruppen bieten Coworking Spaces, die sich auf eine bestimmte Nische in der Kreativwirtschaft spezialisieren. Mit dem Nadelwald steht in Berlin ein „Co-sewing Space“ für Modedesigner kurz vor der Eröffnung. Art Spaces wie die CreativeCity in Wellington oder das Brooklyn Artist Gym, fördern schon länger besonders laute oder dreckige Arbeiten in ihrem Space.

Das genaue Gegenteil bieten Spaces für Schriftsteller, wie dem Paragraph in New York, der Telefone und Knabberzeug am Arbeitsplatz verbietet sowie mit Sichtschutz zwischen Coworkern jegliche Ablenkung unterdrückt. Mit Veranstaltungen und davon getrennten Räumen für Kommunikation – was eignet sich dafür besser als eine große und helle Küche mit eigenen Arbeitsplätzen – schafft er dennoch genügend Platz für Kollaboration. Im Brooklyn Writer’s Space steht dafür im Sommer sogar eine Dachterrasse bereit.

Und nicht nur bestimmte Berufsfelder bieten Optionen für eine Spezialisierung. Mit In Good Company in New York oder Soleilles Cowork in Paris entstanden beispielsweise Coworking Spaces, die sich speziell an Frauen richten und ihre individuellen Potenziale sowie die Netzwerke zwischen ihnen stärken möchten.

Was du davon mitnehmen kannst?

Coworking funktioniert am besten, wenn es Leute aus angrenzenden wie fernen Berufen miteinander verbindet. Ihre unterschiedlichen Kenntnissen ergänzen, unterstützen und befruchten sich gegenseitig. Es entstehen neue Ideen, neue Perspektiven, vielfältigeren Netzwerken und ein ausgeglicheneres Arbeitsumfeld. Am Ende führen sie zu verbesserten Produkten und Diensten, an denen die einzelnen Coworker oder Kleinunternehmen arbeiten. Coworking Spaces entwickeln sich im Idealfall zu Melting Pots mit innovativen Ökosystemen, in denen die Gemeinschaft von ihrer Zusammenarbeit lebt.

Bestimmte Nutzergruppen wegen inkompatibler Anforderungen mit den anderen Nutzern von kollaborativen Arbeitsräumen auszuschließen, fördert allerdings auch keine Zusammenarbeit. Aus dieser Sicht bringt die Spezialisierung von Coworking Spaces für beide Seiten durchaus Vorteile.

Beruflich spezialisierte Coworking Spaces besitzen geringere Chancen, breit aufgestellte Netzwerke zu entwickeln, die zwischen verschiedenen Gruppen entstehen. Dafür können sie schneller starke Bindungen zwischen den Coworkern fördern.

Mit Leuten aus dem gleichen Feld kommt man leichter ins Gespräch, ähnliche Interessen verbinden einfach stärker. Die Coworking Spaces bilden für ihre Mitglieder ein Tor in ein spezialisiertes Netzwerk, dass die Bindung an den Coworking Space erhöht. Sie entwickeln sich zu einem sichtbaren Ansprechpartner für Außenstehende, der in das Spezialnetzwerk vermittelt. Vor allem jedoch bieten sie auch Spezialisten eine Alternative zum Heimbüro.

Bei der richtigen Größe empfiehlt sich auch eine Spezialisierung innerhalb der eigenen Räume. Viele Coworking Spaces bieten mittlerweile Werkstätten als abgetrennten Teil ihres Angebots (auch in Kooperationen), wie die Gasmotorenfabrik mit der Dingfabrik in Köln oder das Berliner Betahaus mit der OpenDesignCity. Das Gleiche funktioniert mit Räumen unterschiedlicher Lautstärkeregelungen. Besser die Coworker trennt nur kurzfristig eine Tür, als sie permanent vor die Tür zu setzen.

Ein Coworking Space für die Nische oder mit internen Nischen empfehlen sich üblicherweise jedoch nur in besonders großen Städten.

 

2. Mittelgroße Unternehmen mit Coworking Spaces

Die meisten Coworking Spaces gründen Kleinunternehmer und Selbstständige. Bisher trauen sich nur wenige größere Unternehmen mit einem eigenen Coworking Space in ihren Arbeitsräumen in den Coworking Markt. Dabei können auch sie von den wechselseitig positiven Effekten profitieren. Einer von ihnen ist die Grup Idea. Das Archtitekturbüro aus Barcelona ist sicher nicht der Riesentanker, den man sich als Großunternehmen vorstellt.

Mit 25 Angestellten stellen sie jedoch eine Seltenheit unter den Coworking Spaces dar. Neben den Angestellten, finden nämlich bis zu 25 weitere Coworker in ihren Räumen einen Platz, die gleichberechtigt neben den eigenen Mitarbeitern arbeiten. Die Arbeitsräume stehen füreinander offen. Meetingräume, Eventflächen und Küche teilen sie komplett.

Auch ein Grund, warum sich Grup Idea überhaupt einen repräsentativen Veranstaltungsraum mit Dachterrasse und herrlichen Ausblick auf die Altstadt leisten kann. Ohne die entsprechende Vernetzung würde dieser Platz häufig leer stehen. Noch mehr als die Räume gewinnen jedoch vor allem die Menschen in dem Space von der Partnerschaft.

Was du davon mitnehmen kannst?

Für bestehende Coworking Spaces bietet dieses Modell einige Inspirationen, wenn sie Expansionen planen. Angestellte, die mit einem Coworking Space liebäugeln, jedoch nicht den Sprung ins Wasser der Selbstständigkeit wagen, eröffnet dieser Weg ebenfalls einige Optionen.

Die Zahl der Angestellten in einer Firma wird im Durchschnitt zukünftig weiter abnehmen. Zurück bleiben verwaiste Büros und ungenutzte Infrastruktur.

Warum nicht einen Coworking Space in diesen Unternehmen erwägen? Erfahrene Betreiber übernehmen diese Räume, die Angestellten wie externen Coworker offen stehen und gestalten sie arbeits- und kollaborationsfreundlicher. Die Unternehmen senken ihre Betriebskosten in diesem Bereich. Die Betreiber zahlen im Gegenzug niedrigere Mieten, weil sie einen Teil der Angestellten mit Arbeitsplätzen versorgen. Von der gegenseitigen Expertise profitieren alle Beteiligten.

Nicht jedem liegt die Selbstständigkeit, und trotzdem könnten diese Angestellte sich zumindest teiweise in einer neuen Arbeitskultur bewegen, ohne ihre Sicherheiten aufgeben zu müssen, die ihnen ein langfristiges Vertragsverhältnis mit dem Unternehmen vermeintlich böte.

 

3. Coworking Spaces mit Spenden und Sponsoring

Über diese beiden Modelle berichteten wir bereits in anderen Artikeln, möchten sie hier jedoch nicht unerwähnt lassen. Techhub in London und Space 12 in Austin könnten gegensätzlicher nicht aufgestellt sein und besitzen dennoch einige Gemeinsamkeiten. Der Londoner Coworking Space erwirtschaftet einen Teil seiner Einnahmen durch Sponsoring techaffiner Großunternehmen wie Google oder Telefonica. Und reicht den Preisvorteil in Form günstigerer Mieten an seine Mitglieder weiter. Space 12 beschreitet als Non-Profit-Organisation der Kirche den gleichen Weg über Spenden.

In beiden Spaces öffnet der Arbeitsbereich mit den flexiblen Schreibtischen nur werktags. Abends und am Wochenende machen die Tische den zahlreichen Veranstaltungen Platz. In Austin entstand dabei ein modernes Gemeindezentrum mit Ausstellungen, Konzerten, Hochzeiten und Kirchenversammlungen. Techhub entwickelte sich zu einem Treffpunkt für die Londoner Start-up und Tech-Gemeinde, in dem aktuelle Trends diskutiert und ausgetauscht werden.

Was du davon mitnehmen kannst?

Egal ob Kirche oder Google, Spenden oder Sponsoring – Einnahmen, die nicht direkt über die Vermietung der Tische erwirtschaftet werden sollen, wirken sich zwangsläufig auf die Gestaltung deiner Arbeitsräume aus. Wenn du als Non-Profit-Organisation Spenden einnehmen möchtest oder größere Sponsoringaktivitäten für deinen Space zulässt, kommst du nicht ohne große und flexible Eventflächen herum.

Damit diese Flächen tagsüber nicht ungenutzt und kostenintensiv versauern, drängen sich flexible Arbeitsplatzangebote gerade zu auf. Allerdings führt ein zu hoher Anteil flexibler Tische, die täglich weggeräumt werden können, zur Entwurzelung der Mitglieder und stehen der Entwicklung einer Coworking Community eher entgegen. Achte daher darauf, dass weiterhin eine mindestens ebenso große Anzahl an festen Tischen für die Mitgliederbindung zur Verfügung steht.

Je nachdem wie hoch Spenden und Sponsoring ausfallen, sie beeinflussen potenziell auch die Firmenpolitik deines Spaces. Eine pauschale Ablehnung von Unterstützern bringt dir ebenso wenig wie eine kritiklose Auseinandersetzung mit diesem Thema.

Die Beurteilung hängt letztlich von den Spendern und Sponsoren an. Je besser du sie kennst, je mehr du ihnen vertraust und je stärker diese Personen oder Organisationen deiner eigentlichen Firmenphilosophie entsprechen, desto weniger steht einer Partnerschaft entgegen.

Noch besser ist es, wenn du diese Einnahmen auf viele kleine Spenden und Sponsoren verteilen kannst. Hier musst du ebenfalls ihre Interessen berücksichtigen, hängst jedoch nicht automatisch von wenigen Einzelinteressen ab. Bei der Vermietung der Schreibtische an Coworker als Einnahmequelle läuft es letztlich genauso.

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